„Academia Germanistica“ an der Universität Vilnius
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Am 21. März und am 18. April veranstaltete der Lehrstuhl für Deutsche Philologie der Universität Vilnius zum zweiten Mal die „Academia Germanistica“, die sich an junge Deutschlernende richtete. Ziel der Akademie war es, Schülerinnen und Schülern aus litauischen Schulen einen Einblick in den akademischen Alltag zu geben, ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen und sie mit den deutsch-litauischen Beziehungen in verschiedenen Bereichen bekannt zu machen. Darüber hinaus bot die Akademie den Teilnehmenden die Möglichkeit, Kontakte zu den Dozierenden des Lehrstuhls für Deutsche Philologie zu knüpfen, neue Freundschaften mit Gleichaltrigen zu schließen und an thematischen Führungen teilzunehmen. An der Akademie war die Deutsch-Baltische Zukunftsstiftung durch den Leiter des litauischen Landesbüros, Daumantas Katinas, und die Mitarbeiterin im Landesbüro, Laurita Markevičiūtė-Zakarevičė, die die Zukunftsstiftung und ihre Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene vorstellten.
An zwei Frühlingswochenenden tauchten die Teilnehmenden anschließend in die vielseitige Welt der Germanistik ein und nahmen an unterschiedlichen Vorträgen, Workshops und Diskussionen teil.

Doz. Dr. Virginija Masiulionytė lud im kreativen Workshop „Wir gestalten auf Deutsch: Gegenstände mit Charakter“ dazu ein, Alltagsgegenstände aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten mit Fantasie und Kreativität Geschichten und Charaktereigenschaften zu verschiedenen Objekten, erweiterten dabei ihren deutschen Wortschatz und stärkten ihre analytischen sowie kommunikativen Fähigkeiten.
Im Workshop „Deutsch lernen mit Liedern“ zeigten Doz. Dr. Virginija-Jūratė Pukevičiūtė und Doz. Dr. Dalius Jarmalavičius, wie Musik erfolgreich in den Fremdsprachenunterricht integriert werden kann. Gemeinsam wurden deutschsprachige Lieder gehört, gesungen und analysiert, wodurch die Teilnehmenden die deutsche Sprache auf motivierende und lebendige Weise erlebten.
Laurita Markevičiūtė-Zakarevičė sprach in ihrem Seminar „Gute Kommunikation = mehr Erfolg“ über die Bedeutung gelungener Kommunikation im Alltag und in sozialen Medien. Gemeinsam wurden Beispiele erfolgreicher Markenkommunikation analysiert sowie typische Kommunikationsfehler besprochen.
Im zweiten Vortrag von Laurita Markevičiūtė-Zakarevičė zum Thema „Enge Wirtschaftsbeziehungen zwischen Litauen und Deutschland“ erfuhren die Teilnehmenden interessante Fakten über die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder, über deutsche Investitionen in Litauen sowie über litauische Unternehmen auf dem deutschen Markt.
Violeta Birbilaitė widmete sich in der Unterrichtseinheit „Monster, Katastrophen und Diktatoren“ dystopischer deutschsprachiger Literatur. Anhand von Werken moderner deutschsprachiger Autorinnen und Autoren analysierten die Teilnehmenden, wie Monstrosität in Literatur und Popkultur dargestellt wird und welche gesellschaftlichen Fragen dystopische Welten aufwerfen.
Doz. Dr. Skaistė Volungevičienė stellte im Vortrag „Das Korpus – was ist das?“ moderne Methoden der Sprachforschung vor. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie Textkorpora in der Linguistik, Lexikografie, Übersetzung und sogar bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz eingesetzt werden und welche Bedeutung philologische Kenntnisse in der heutigen digitalen Welt haben.
Doz. Dr. Lina Plaušinaitytė sprach über „Deutschland und die Europäische Union“. Dabei wurden die Rolle Deutschlands innerhalb der Europäischen Union sowie die wichtigsten Institutionen der EU vorgestellt und erklärt.
Im Seminar „Die deutsche Sprache in der Welt“ präsentierte Doz. Dr. Diana Babušytė die Verbreitung und regionale Vielfalt der deutschen Sprache. Die Teilnehmenden lernten Unterschiede zwischen dem Deutschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz kennen, beschäftigten sich mit Austriazismen und Helvetismen und nahmen an kreativen Aufgaben sowie einem Quiz teil.

Nach dem akademischen Teil nahmen die Schülerinnen und Schüler an zwei thematischen Führungen teil.
Während der Führung „Die Katakomben der Kathedrale von Vilnius“ erläuterte Diana Ickovič-Zenovič die Geschichte und Funktion der unterirdischen Räume der Kathedrale sowie bedeutende archäologische Funde. Besonders interessant war der Besuch des Mausoleums unter der St.-Kasimir-Kapelle, in dem Angehörige bedeutender Herrscherfamilien bestattet sind, darunter auch Elisabeth von Habsburg.
Die Führung „Studentisches Leben und Studium im 19. Jahrhundert. Adam Mickiewicz“ unter der Leitung von Leokadija Aškelovič widmete sich dem Leben des berühmten Dichters Adam Mickiewicz und dem akademischen Umfeld seiner Zeit. Die Teilnehmenden besuchten eine Ausstellung in der St.-Johannes-Kirche sowie die historischen Innenhöfe der Universität Vilnius und erfuhren mehr über das studentische Leben, die wissenschaftliche Tätigkeit und die kulturelle Bedeutung der Universität im 19. Jahrhundert.
Die zweite „Academia Germanistica“ an der Universität Vilnius endete in einer herzlichen Atmosphäre mit der feierlichen Übergabe der Teilnahmeurkunden an die jungen Akademikerinnen und Akademiker.



